Insight: Frame Geometry ladies road bike

The last complete bike I built, was a ladies’ road bike for my wife.

There were a lot of peculiarities in this project:

  1. a very demanding “customer”
  2. a “customer” with very little experience in road bikes
  3. a lot of time for the fit
  4. very well known riding biases

The funniest fact might be, that it took me more than 3 years to finalise the geometry. This was mainly due to the fact that the framebuilding only started to late. But all that time gave me the opportunity to optimise my wife’s riding position on two other bikes until I felt very confident with the result. An that leads to the first finding:

Fit is the main priority.

The picture on top of this post was my first manual drawing. It was already a good fit regarding saddle-to-bar-position. That means: I had to find a solution to build a frame for only 6cm saddle elevation. That’s the main reason why I opted for a 6° sloping top tube and 1cm steerer tube ecxess. So I could achieve a nominal frame height of 55cm from where the top tube is lowered by 1cm and then descending at 6° towards the seat tube. That measures were found based on the inseam length, torso and arm lengths, known preferred saddle superelevation and my knowledge of her riding position.

Then the frame had to be really short due to my wife’s short torso length. It came out with a 52cm top tube at 73° seat tube angle. This was based on a strictly “Outside-in”-appproach starting at the saddle position. Based on saddle-bar-length I then considered the planned stem parameters (6° rise, 90mm length) and the conventional headset.

Different from most production frames, I could not cheat with super-steep seat tube angles, as the correct fit was my personal motivation. But usually short frames means toe overlap. So there is a big advantage for me building a “private” frame: I can accept some toe overlap. But in this case, I still wanted to avoid it. At the same time I knew very well how bad flat head tube angles can feel. So went for a moderate head tube angle of 72,5° and some more fork rake of 48mm to achieve my personal sweet spot trail of 55mm.

The result of all this is what I aimed for: A perfect fit frame for a person with shorter than normal torso AND a perfectly neutral-yet-lively road bike. The bike fits very well in all handlebar positions due to the moderate riding position and the compact handlebar.

A nice side-effect of the outside-in-engineering approach is surprisingly balanced visuals for a short and high road bike.

 

 

 

 

 

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Insight: Frame Geometry ladies road bike

Bespoked Bristol: [Teil 2]: interessante und schöne Räder von Takhion, Malcom & Jaegher

Tsubasa & Takhion:
Ausreichend verrückt und toll, dass Takhion noch existiert
Der Stand von Tsubasi und Takhion war genau das, was ich (auch) von einer Messe für handgefertigte, individuelle Fahrräder erwarte: Die Räder am Stand sind wohl eher Machbarkeitsstudien als richtige Räder – aber es sind sehr interessante Ideen dabei – und die Zusammenarbeit mit Takhion, bei der auch seine Idee des an der Gabel befestigten Lenkers wieder aufgegriffen wird, gibt dem ganzen etwas Substanz.
Eines der Ausstellungsräder wurde während der Ausstellung zugunsten von Waisen in der Ukraine versteigert.
Takhion selbst konnte aber – wohl wegen Problemen mit dem Visum – nicht persönlich in Bristol sein. Ich würde mir wünscheen, dass sowohl das Konzept der alten takhions als auch die Marke einen Neuanfang schaffen!

So sahen die Räder von Takhion früher aus:
Takhion Superb
[Bild nicht von mir aufgenommen]

Und das macht der zurückhaltende junge Mann heute draus:

Tsubasi @ Bespoked Bristol

Takhion Tsubasi @ Bespoked Bristol

Tsubasi @ Bespoked Bristol

Faszinierend, wie wenig es für einen Sattel braucht 😉

Tsubasi @ Bespoked Brristol

Tsubasi @ Bespoked Bristol

Malcom: Klassische Schönheiten vom rauschebärtigen Rahmenbauer
Malcom hattte für mich ein paar der schönsten Räder der Messe dabei. Dabei sind seine Arbeiten so schlicht und “unauffällig”, dass ich teilweise erst nach der Messe realisierte, wie hübsch die Teile waren.

Malcom Bespoked Bristol

Malcom Bespoked Bristol

Die Auf der Messe gezeigten Räder waren sehr klassisch, dabei aber nicht altmodisch. Viele Detaiils wirken durchdacht und wie von einem erfahreren Handwerker.

Dazu gab es ein sehr schönes Steuerkopf-Emblem
Malcom Track Bike @ bespoked Bristol

Malcom Track Bike @ bespoked Bristol

Malcom Track Bike @ bespoked Bristol

Curtis war eine der wenigen englischen Marken, die wohl einem breiteren Publikum bekannt sind. Man kann über den am Messestand gzeigten “Raw look” sicher geteilter meinung sein – aber Curtis demonstrierte mit seinen Ausstellungsstücken fillet brazing in Perfektion.

Ich beschränke mich bei den Bildern vom Curtis-Stand daher auch auf ein paar Details der Auftragslötungen

Curtis fillet brazed @ Bespoked Bristol

Curtis fillet brazed @ Bespoked Bristol

Ein erwartetes Highlight: Jaegher
Jaegher war einer der Gründe, mich auf die Bespoked zu freuen. Ich hatte in der Vergangenheit einige wirklich schöne Rahmen mit absolut herasragender Lackierung bei facebook gesehen und war gespannnt, wie sie in Realität wirken würden. Ich wurde nicht enttäuscht: Jaegher zeigte einige einfach schöne Rahmen – leider mit sehr sehr hässlichen Super Record-Kurbeln

Trotzdem war der Interceptor eines der schönsten Räder auf der Messe.
Jaegher Interceptor @ Bespoked Bristol

Jaegher Interceptor @ Bespoked Bristol

Jaegher Interceptor @ Bespoked Bristol

Jaegher hat vor einiger Zeit einen meiner absoluten Favoriten vorgestellt: Einen Interceptor in schwarz-rot:

Jaegher Interceptor
[Bildquelle: Jeagher Facebook-Seite]

Das Messe-Phantom war im selbem Farbschema lackiert, allerdings in schwarz – gelb. Und obwohl es ein schönes, sehr sehr gut gemachter Rahmen ist, kommt er an den schwarz-roten nicht haren…
Jaegher Phantom @ Bespoked Bristol

Jaegher Phantom @ Bespoked Bristol

Jaegher Phantom @ Bespoked Bristol

Eine versteckte Perle der Messe mit einem unauffälligen Stand zwischen den Gängen und zwei Rädern auf engem Raum war Blacksmith: ein Rahmenbauer aus den Niederlanden mit zwei sehr schönen Ausstellungsrädern.

Vor allem bieten seine beiden schönen Stahlräder und eine gute Vergleichsmöglichkeit:

Hellblau mit Steuerrohr 😉

Blacksmith 1 1/8 @ bespoked Bristol

Weiss mit schön

Blacksmith 1 1/8 @ bespoked Bristol

Blacksmith 1 1/8 @ bespoked Bristol

Blacksmith 1 1/8 @ bespoked Bristol

Als ich die beiden Blacksmiths endlich photografieren konnte, war die Ausstellung eigentlich schon geschlossen. Trotzdem hat “Herr Blacksmith” für mich das Aufräumen unterbrochen und mit großem Stolz sein weisses Rädchen präsentiert. Sehr schöne Situation…

Messehighlight: Shed “Mum’s bike”
Gebaut für die Mutter des Rahmenbauers, damit sie endlich ein gutes Rad für ausgedehnte Touren hat.

Messehighlight Skurrilitäten: Tandem mit Gebäckträger aus Titan von Wheeldan aus Berlin:
Leider habe ich erst bei der anschliessenden Internet-Recherche kapiert, dass Mawis nicht der einzige deutsche Titan-Rahmenbauer auf der Messe war: Genau gegenüüber stellte Wheeldan ein absolut verrücktes Titan-Tandem aus. Das Ding war so riesig, dass ich erst an einen (zugegebenermassen sehr aufwändigen) Messegag dachte.

Wheeldan Titan Tandem @ Bespoked Bristol

Gebäckträger scharf aber leider unscharf
Wheeldan Titan Tandem @ Bespoked Bristol

Wheeldan Titan Tandem @ Bespoked Bristol

Bespoked Bristol: [Teil 2]: interessante und schöne Räder von Takhion, Malcom & Jaegher

Bespoked Bristol: Feine Messe und kleines Städtereisen-Abenteuer [Teil 1]

Bespoked Bistol the UKHBS – back again in Bristol

Nachdem die “bespoked”, die britische Messe für handgefertigte Fahrräder (und damit sind nicht handmontierte gemeint) im letzten Jahr einen Ausflug nach London unternommen hatte, kehrte sie dieses Jahr zurück in die Heimat. Nach Bristol. Nun ruft Bristol bei den meisten meiner Kollegen eher Ratlosigkeit hervor: “Das ist irgendwo in England, oder?” Folgerichtig machte ich mich auf, es zu entdecken, und das kam so:

Am 24.12.2014 kam, was kommem musste – Weihnachten. Meine Partnerin ist ohne Frage die beste Schenkerin, die es gibt, und so traf Ihr Weihnachtsgeschenk für mich wieder einmal genau ins Schwarze. Da es die EHBE in Schwäbisch Gmünd nicht mehr gibt und sich die Freiburg Collective leider als einmaliges Event herausstellte, fehlte mir eine Messe für Fahrräder auf Basis individeller, handgefertigter Rahmen. Und so war ein verlängertes Wochenende in Bristol mit Besuch der UKHBS “Bespoked” ein sensationelles Geschenk. Wir wollten die Gelegenheit zu einer kurzen Flucht aus dem Alltag und einer spontanen Entdeckungstour durch die unbekannte Stadt nutzen.

Ich war natürlich gespannt darauf, was mich erwarten würde.
Ich mag klassische Rennräder, Retro-Bikes und Remakes in aller Regel dafür nichts so sehr.
Besonders spannend finde ich moderne Rennräder, die klassische Anmutung mit modernerer Technik verbinden. Dazu gibt es in den letzten Jahren viele Bespiele und Ideen. Doch dazu später mehr anhand konkreter Beispiele.
Ausserdem träume ich – wie wohl viele Radfahrer – von der grossen Wiedergeburt des Fahrrades als Alltags-Verkehrs- und Transportmittel. Deswegen war für mich die Constructors Challenge der diesjährigen Bespoked ein echtes highlight.

Die Bespoke würde ich als die wichtigste Messe in Europa zum Thema “handgefertigte Räder und Rahmen” bezeichnen. natürlich geht es hier immer vorwiegend um Stahl, aber auch für Carbon und Holz findet sich Platz. Aluminium scheint unter den britischen Individualisten vollständig ausgestorben zu sein.
Die ganz großen Highlights fehlten für mich dieses Jahr, aber es gab sehr viele gute Ideen und interessante Lösungen.

Klare Trends:

  • “normale” 1 1/8″ Steuerrohre sehen an Stahlrahmen wesentlich besser aus als alles mit größerem Durchmesser.
  • Wenn ein newcomer das beste Rad der Messe baut, waren die etablierten nicht gerade kreativ.
  • Carbon bietet tolle Gestaltungsmöglichkeiten – die nutzt aber niemand
  • Holz ist alternativ, aber für mich kein Rahmenmaterial
  • Shimano Ultegra war die wohl häufigste Gruppe nach der Campa SR

Hier also mal ein paar Bilder (ich habe mir überlegt, einfach nur meine Highlights vorzustellen – und vielleicht die eine oder andere Enttäuschung):

1.) constructors challenge
Die beiden Preisträger waren die mit Abstand interessantesten Konzepte. Das Kaffee-Rad wegen seiner Perfektion und Komplexität, die Brotkiste, weil soetwas (für mich) einfach auf der Hand liegt. Gut, wenn’s endlich jemand baut 😉

Velopresso

Velopresso

Im ersten Moment erscheint die Idee absurd, das Konzept viel zu aufwendig. Aber dann stellen wir fest, dass uns eigentlich genau so etwas fehlt: Eine mobile Kaffee-Station, umweltfreundlich, sympathisch und mit leckeren Kaffee-Variationen.
Die Jungs sind so nerdig, dass es keine Karikatur mehr braucht. Aber der Kaffee war wirklich gut.

Rodford Bread Bike

Das Bread Bike ist eine Auftragsarbeit für eine lokale Bäckerei. Es ersetzt dort ein schon vorhandenes Lastenrad.
Dabei schafft das Konzept nicht nur die hübsche Integration des Lichts, sondern auch den Einbau eines elektrischen Hilfsantriebs. Das ist es, was ich suche: Naheliegende Lösungen mit hoher Praxistauglichkeit.

Weitere “utility bikes”: Sword

Sword Porteur

Hallett – Sehr geiler Commuter:
Bei Hallett gab es einen schönen Commuter in unauffällig-gründer Lackierung zu sehen. Stilecht vom Rahmenbauer mit Bart.
Dabei zeigt sich ein weiterer Trend: 650B für Commuter, das ist irgendwie folgerichtig, daher kommt es ja.
Und die vier auf der Ausstellung gezeigten Exemplare machen wirklich Spass durch ihre Vielseitigkeit und ein robustes Understatement.

Hallett 650B Commuter

Hallett 650B Commuter

Toad Commuter:
Eines der schönsten Räder der Messe. Etwas barock vielleicht mit dem Chrom, aber in sich absolut stimmig.
Wahrscheinlich trofft hier die Bezeichnung “Radonneuse” am besten. Leider habe ich von diesem Rad nur ein taugliches Bild…
Toad Commuter

Mather light porteur:

Die Bikes von Mather standen eher versteckt und unauffällig im dezenten Farbkleid zwischen zwei Gängen. Bei genaueerem Hinsehen liegt genau in der passenden Lackierung zum Konzept der Reiz dieses Porteurs. Aus meiner Sicht ein sehr sehr schönes Rad, das sicher schönster Porteu der Messe geworden wäre – wenn das Hartley (s.u.) nicht gewesen wäre 😉
mather Porteur

Die geilste Lackierung der Messe (zu Recht prämiert):
Satoma
Dabei ging das sensationelle BiLaminate-Konzept fast ein bisschen unter

Satoma biLaminate

Satoma biLaminate

Satoma biLaminate

Satoma biLaminate

An diesem Rad passt für mich einfach alles:
Eine offensichtlich an den Fahrer angepasste Geometrie, ein absolut stimmiges Konzept im Aufbau, sehr sehr schöne Ideen bei den BiLaminates (“halbe Muffen”, die auf der einen Seite muffenlos gelötet sind und das Rohr-Gegenstück ganz oder teilweise umschlingen wie eine Muffe) eine absolut perfekte Umsetzung und eine sensationell stilvolle Lackierung. Für mich vielleicht das Messehighlight.

Ein anderer Stand war ebenfalls sehr interessant, hinterliess aber zwispältige Gefühle.
Licht und Schatten: Swallow

Licht – blauer Renner im 80er Aero-Stil mit Columbus-Air-Gabel und ovalen Hinterbaustreben

Swallow Aero

Swallow Aero

In meinen Augen ein sehr schöner Rahmen. Leider geht das Konzept ein bisschen unter durch die sehr unscheinbare Lackireung und die sehr gemässigte Geometrie. Ein Punkt, der auch für andere Räder am Swallo-Stand gilt.

Licht und Schatten: Retro-Renner in altertümlichem Farbschema mit Konterfei am Sitzrohr

Swallow Retro

Schatten: Das hässlichste Steuerrohr der Messe:
(und das auch noch, ohne dass ein voluminöses Unterrohr das fordern würde :confused:
Swallow Head Tube

Zunächst einmal ist der Steuerrohrdurchmesser natürlich Geschmacksache. Da ich aber nicht nur “Konsument”, sondern auch Techniker bin, folgt mein Auge in vielen Punkten dem berühmte-berüchtigten (und ausgelatschten) “Form follows function”. Grossvolumige Carbonrahmen mit grossem Unterrohr-Durchmesser erfordern für einen sinnvollen Anschluss ans Steuerrohr und einen vernünftigen Kraftfluss entsprechend dicke Steuerrohre. Dies führte zu entsprechend dimensionierten und – aufgrund der dünneren Oberrohre zu konischen Gabelschäften. Es gibt durchaus auch Stahl- und Alumniumraahmen mit Unterrohr-Durchmessern, die dicke Steuerrohre erfordern – ob die UR-Durchmesser notwendig und sinnvoll sind, steht dabei auf einem anderen Blatt…

Aber: Dicke Gabelschäfte und Steuerrohre sind in meinen Augen kein Selbstzweck. Carbongabeln brauchen keinen 1 1/4″ Schaft, um ausreichend fest zu sein. Im Gegenteil: Mit grösserem Querschnitt erhöht sich die Steifigkeit bei gleicher Festigkeit – und das ist bei einer Gabel nicht unebdingt das, was ich mir wünsche. Deswegen erscheint der gezeigte rahmen mit dem rieseigen tapared Steuerrohr und dem dünen Unterrohr schlicht und einfach nicht durchdacht – und eben auch nicht ästhetisch.

Licht und Schatten: Daccordi
Das Daccordi New Griffe ist ein sehr schön gemachte Klassiker:

Daccordi Griffe

Das Profidea ist deutlich moderner, aber trotzdem klassisch hübsch:

Daccordi Profidea

Die Lackierung des Scheibenbremsmodells des New Griffe ist auch für die “Normalversion” erhältlich. Ich finde sie klasse.
Aber: Bremsbohrungen in Gabel und Hinterbausteg bei einem Scheibenbremsmodell?

Daccordi New Griffe Disc

Fortsetzung folgt

Bespoked Bristol: Feine Messe und kleines Städtereisen-Abenteuer [Teil 1]